Karpaltunnelsyndrom
Die Behandlung im Überblick
Die wichtigsten Fakten

OP-Dauer: ca. 5 Minuten
Anästhesie: örtliche Betäubung

Verband: ein Verbandswechsel am Folgetag, danach Spezialpflaster

Geeignet, wenn…
nächtliche Schmerzen, Kribbeln in den Fingern oder Taubheitsgefühle dauerhaft störend sind.
Nachtschienen nicht mehr ausreichen und die Beschwerden dauerhaft bestehen.
Sie die operierte Hand sofort wieder benutzen möchten – ohne Gips und ohne lange Ausfallzeit.
Methoden & Varianten
Frühfunktionelles Konzept (Standard)
Offene Spaltung des Karpaltunnels über einen sehr kleinen Zugang, ambulant und in örtlicher Betäubung. Kein Gips, keine Drainage – die Hand wird direkt nach der Operation wieder benutzt.
Offen statt endoskopisch – bewusst
Endoskopische Verfahren haben nach unserer Erfahrung keine Vorteile gegenüber dem offenen Verfahren mit sehr kleinem Zugang. Die Sicherheit hinsichtlich vollständiger Eröffnung und Schutz des Mittelnervs ist sehr hoch.
Konservative Möglichkeiten
Eine Nachtlagerungsschiene verhindert das Beugen des Handgelenks, wirkt aber meist nur zeitweilig. Eine Ausnahme ist das Karpaltunnelsyndrom in der Schwangerschaft, das nach der Entbindung oft wieder verschwindet.
Wann das Verfahren nicht geeignet ist
Nicht geeignet ist das frühfunktionelle Konzept für Patientinnen und Patienten, die unmittelbar auf die belastende Nutzung der Hand angewiesen sind: Rollstuhl- und Rollatorfahrer, Gehhilfenträger sowie Patienten mit extremem Übergewicht, Immunschwäche oder sehr schweren Begleiterkrankungen. Hier empfehlen wir eine stationäre Behandlung.
Patienten mit gerinnungshemmenden Medikamenten und Diabetiker können gut ambulant behandelt werden. Marcumar muss dabei meist nicht abgesetzt oder umgestellt werden – Näheres im persönlichen Gespräch.


Ablauf – Schritt für Schritt
Diagnose & Beratung
Das Karpaltunnelsyndrom ist in erster Linie eine klinische Diagnose: Wir lassen uns die Beschwerden schildern und untersuchen die Hand. Muster und Ausdehnung der Gefühlsstörungen sind wegweisend – Beschwerden am Handrücken sprechen zum Beispiel gegen ein Karpaltunnelsyndrom.
Vorbereitung
Kein unnötiges Aspirin bzw. ASS zehn Tage vor der Operation – bei wichtigem Grund bitte weiter einnehmen. Eine neurologische Messung ist üblich, entscheidet aber nie allein über die Notwendigkeit des Eingriffs. Die Formulare für das Arztgespräch können Sie vorab ausfüllen und mitbringen.
Der Eingriff
Die Operation erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung und dauert etwa fünf Minuten; die Gesamtzeit im Haus liegt in der Regel bei einer halben Stunde. Die Eingriffe finden nach Terminvereinbarung montags morgens statt und werden gesetzlich oder privat abgerechnet – ohne Zuzahlung.
Nachbehandlung
Am Folgetag erfolgt der erste und einzige Verbandswechsel: Der Watteverband wird entfernt, die Wunde mit einem Spezialpflaster von Briefmarkengröße bedeckt – damit kann die Hand auch gewaschen werden. Die Fäden werden nach einer Woche entfernt, Krankengymnastik ist bei normalem Verlauf nicht nötig.
Heilungsverlauf
Nach einem Tag ist die operierte Hand bereits wieder bedingt einsatzbereit – nach dem Verbandswechsel schützt ein Spezialpflaster die Wunde.
Nach einer Woche werden die Fäden entfernt; Büroarbeit ist im Prinzip schon nach ein bis zwei Tagen wieder möglich.
Nach sechs Wochen ist auch schwere handwerkliche Arbeit wieder möglich.
Nach einigen Monaten bilden sich Gefühlsstörungen weiter zurück, sofern der Nerv nicht dauerhaft geschädigt war.

Risiken & Sicherheit
In den ersten Tagen sind Schwellung, Blutergüsse und ein Spannungsgefühl möglich; vorübergehende Gefühlsstörungen kommen vor. Selten treten Wundheilungsstörungen oder Entzündungen auf – vor allem bei Patienten, die die Hand unmittelbar stark belasten müssen. Ebenso möglich sind Narbenbeschwerden oder eine vorübergehende Reizung des Mittelnervs.
Wir minimieren Risiken durch ein minimalinvasives, gewebeschonendes Verfahren, Arbeit in den örtliche Betäubung ohne Narkoserisiko, den Verzicht auf Gips und Drainagen, standardisierte Hygieneprozesse und eine die Nachkontrolle am Tag nach der Operation. Nutzen Sie Ihre Hand so, wie es sich gut anfühlt – was beliebt, ist auch erlaubt. Bei zunehmender Schwellung, starker Rötung oder Fieber melden Sie sich bitte umgehend.

Diagnostik & Alternativen
Neurologische Messung, handchirurgische Untersuchung zur Sicherung der Diagnose
Nachtlagerungsschiene als zeitweilige konservative Option
Abwarten bei nur gelegentlichen, wenig störenden Beschwerden – zeitnahe Operation bei dauerhaften Symptomen
Stationäre Behandlung für Patienten, die für das frühfunktionelle Konzept nicht geeignet sind








