Rhizarthrose
Die Behandlung im Überblick
Die wichtigsten Fakten

OP-Dauer: ca. 45 Minuten
Anästhesie: Regionalanästhesie

Schiene: Daumenschiene für etwa vier Wochen

Geeignet, wenn…
Schmerzen im Daumenballen, Kraftverlust beim Zugreifen oder Reibegeräusche im Gelenk dauerhaft stören.
Orthese und Infiltration nicht mehr ausreichen und die Beschwerden dauerhaft bestehen.
Sie den Daumen wieder voll belasten möchten – im Beruf wie im Alltag.
Methoden & Varianten
Resektions-Suspensions-Arthroplastik (Standard)
Das verschlissene Vieleckbein wird entfernt und der Daumenstrahl mit einem körpereigenen Sehnenstreifen aufgehängt. Das Verfahren ist seit Jahrzehnten etabliert und führt zuverlässig zu einem schmerzarmen, beweglichen Daumen.
Denervation – die kleine Lösung
Werden nur die schmerzleitenden Nervenfasern am Gelenk durchtrennt, bleibt das Gelenk selbst erhalten. Der Eingriff ist klein und die Erholung kurz – er wirkt jedoch nicht bei jedem Patienten dauerhaft.
Konservative Möglichkeiten
Eine Daumenorthese entlastet das Sattelgelenk, Physiotherapie kräftigt die führende Muskulatur, eine Infiltration kann die Entzündung beruhigen. Im frühen Stadium reicht das oft über Jahre aus.
Wann ein Gelenkersatz sinnvoll ist
Eine Sattelgelenkprothese kann bei jüngeren, aktiven Patienten mit gutem Knochenlager infrage kommen. Sie erhält die Daumenlänge, ist technisch anspruchsvoller und hat eine begrenzte Standzeit.
Welches Verfahren im Einzelfall passt, hängt vom Stadium der Arthrose, vom Anspruch an die Hand und vom Knochenlager ab – das klären wir im persönlichen Gespräch.


Ablauf – Schritt für Schritt
Diagnose & Beratung
Die Rhizarthrose zeigt sich zuerst klinisch: Druckschmerz über dem Daumensattelgelenk und ein positiver Grind-Test sind wegweisend. Ein Röntgenbild in zwei Ebenen sichert die Diagnose und zeigt, wie weit der Verschleiß fortgeschritten ist.
Vorbereitung
Kein unnötiges Aspirin bzw. ASS zehn Tage vor der Operation – bei wichtigem Grund bitte weiter einnehmen. Die Formulare für das Arztgespräch können Sie vorab ausfüllen und mitbringen.
Der Eingriff
Die Operation erfolgt ambulant, in der Regel in Regionalanästhesie, und dauert etwa 45 Minuten. Das verschlissene Vieleckbein wird entfernt und der Daumen mit einem körpereigenen Sehnenstreifen stabilisiert. Abgerechnet wird gesetzlich oder privat – ohne Zuzahlung.
Nachbehandlung
Der Daumen wird für etwa vier Wochen in einer Schiene ruhiggestellt. Danach beginnt die Ergo- bzw. Physiotherapie mit vorsichtigem Bewegungsaufbau. Die Fäden werden nach rund zwei Wochen entfernt.
Heilungsverlauf
Nach zwei Wochen sind die Fäden entfernt und die Wunde ist verheilt – die Schiene bleibt weiter angelegt.
Nach vier Wochen wird die Schiene abgenommen; Bürotätigkeit ist dann meist wieder möglich.
Nach drei Monaten ist auch kraftvolles Zugreifen im Alltag wieder möglich.
Nach sechs bis zwölf Monaten erreicht die Griffkraft ihr endgültiges Niveau.

Risiken & Sicherheit
In den ersten Tagen sind Schwellung, Blutergüsse und ein Spannungsgefühl möglich; vorübergehende Bewegungseinschränkungen kommen vor. Selten treten Wundheilungsstörungen oder Entzündungen auf – vor allem, wenn die Hand zu früh belastet wird. Ebenso möglich sind Narbenbeschwerden oder eine vorübergehende Reizung des oberflächlichen Speichennervs.
Wir minimieren Risiken durch ein gewebeschonendes, standardisiertes Verfahren, Arbeit in Regionalanästhesie ohne Narkoserisiko, eine passgenaue Schienenversorgung, standardisierte Hygieneprozesse und engmaschige Nachkontrollen. Tragen Sie die Schiene konsequent – das ist Ihr wichtigster Beitrag zum Ergebnis. Bei zunehmender Schwellung, starker Rötung oder Fieber melden Sie sich bitte umgehend.

Diagnostik & Alternativen
Röntgen in zwei Ebenen, handchirurgische Untersuchung zur Sicherung von Diagnose und Stadium
Daumenorthese als konservative Basisbehandlung
Infiltration zur Beruhigung der Entzündung – Resektions-Suspensions-Arthroplastik bei dauerhaften Beschwerden
Denervation oder Sattelgelenkprothese als Alternative für ausgewählte Patienten










