Morbus Dupuytren
Die Behandlung im Überblick
Die wichtigsten Fakten

OP-Dauer: ca. 45 Minuten
Anästhesie: örtliche Betäubung

Verband: Verbandswechsel am Folgetag, danach regelmäßige Wundkontrolle

Wann ist eine Operation sinnvoll?
eine ausgeprägte Streckhemmung besteht – in der Regel bei insgesamt etwa 90° über Grund-, Mittel- und Endgelenk des betroffenen Fingers.
die eingeschränkte Streckfähigkeit die Funktion der Hand deutlich beeinträchtigt und der richtige Zeitpunkt für einen operativen Eingriff erreicht ist.
in besonderen Fällen bereits früher eine vollständige Streckfähigkeit erforderlich ist – beispielsweise bei Musikern oder vergleichbaren beruflichen Anforderungen.
Wichtig: Bei Morbus Dupuytren sollte nicht zu früh operiert werden. Da die Erkrankung zu Rezidiven neigt, können sonst im Laufe des Lebens unnötig viele Eingriffe erforderlich werden. Der optimale Zeitpunkt für eine Operation wird deshalb individuell nach Befund und funktioneller Einschränkung festgelegt.
Methoden & Varianten
Partielle Fasziektomie (Standard)
Der erkrankte Strang wird über einen zickzackförmigen Zugang gezielt entfernt. Das Verfahren ist aufwendiger als die Nadeltechnik, hat aber die niedrigste Rückfallrate und ist auch bei ausgeprägten Befunden sicher durchführbar.
Nadelfasziotomie – die schnelle Lösung
Der Strang wird mit einer Kanüle durch die Haut durchtrennt, ohne Hautschnitt. Der Eingriff dauert wenige Minuten und die Hand ist sofort wieder einsatzfähig – die Rückfallrate liegt jedoch deutlich höher als bei der offenen Operation.
Konservative Möglichkeiten
Eine ursächliche konservative Behandlung gibt es nicht. Solange die Hand flach aufliegt und die Funktion nicht eingeschränkt ist, ist Abwarten die richtige Entscheidung – Knoten allein sind kein Operationsgrund.
Wann ein größerer Eingriff nötig ist
Bei Rezidiven, sehr fortgeschrittener Beugekontraktur oder Beteiligung der Fingermittelgelenke kann eine ausgedehnte Fasziektomie mit Hautverschiebung erforderlich werden. Das besprechen wir vorab ausführlich.
Der Morbus Dupuytren ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt: Zu frühes Operieren bringt keinen Vorteil, zu spätes erschwert die vollständige Streckung.


Ablauf – Schritt für Schritt
Diagnose & Beratung
Der Morbus Dupuytren ist eine Blickdiagnose: Knoten und Stränge sind gut tastbar, der Tischtest zeigt die funktionelle Einschränkung. Wir messen zusätzlich das Streckdefizit der betroffenen Gelenke – daraus ergibt sich, ob und wann operiert werden sollte.
Vorbereitung
Kein unnötiges Aspirin bzw. ASS zehn Tage vor der Operation – bei wichtigem Grund bitte weiter einnehmen. Die Formulare für das Arztgespräch können Sie vorab ausfüllen und mitbringen.
Der Eingriff
Die Operation erfolgt ambulant in örtlicher Betäubung und dauert je nach Ausdehnung etwa 45 Minuten. Der erkrankte Strang wird entfernt, die Beugesehnen und die Gefäßnervenbündel werden dabei sorgfältig geschont. Abgerechnet wird gesetzlich oder privat – ohne Zuzahlung.
Nachbehandlung
Am Folgetag erfolgt der erste Verbandswechsel. Anschließend beginnt die frühe Beübung: Die Finger werden von Anfang an bewegt, oft begleitet von Ergotherapie und einer nächtlichen Streckschiene. Die Fäden werden nach etwa zwei Wochen entfernt.
Heilungsverlauf
Nach einem Tag erfolgt der erste Verbandswechsel – die Finger werden ab sofort aktiv bewegt.
Nach zwei Wochen werden die Fäden entfernt; Büroarbeit ist meist schon nach wenigen Tagen wieder möglich.
Nach sechs Wochen ist auch kräftiges Zupacken wieder möglich.
Nach drei bis sechs Monaten sind Narbenverhärtung und Schwellung weitgehend abgeklungen.

Risiken & Sicherheit
In den ersten Tagen sind Schwellung, Blutergüsse und ein Spannungsgefühl möglich; vorübergehende Gefühlsstörungen kommen vor. Selten treten Wundheilungsstörungen oder Entzündungen auf – die Haut über dem Strang ist oft dünn und empfindlich. Ebenso möglich sind Narbenbeschwerden oder eine vorübergehende Bewegungseinschränkung der Finger.
Wir minimieren Risiken durch eine sorgfältige Präparation der Gefäßnervenbündel, Arbeit in örtlicher Betäubung ohne Narkoserisiko, einen gewebeschonenden Schnittverlauf, standardisierte Hygieneprozesse und eine frühe, angeleitete Beübung. Bewegen Sie die Finger von Anfang an – das ist Ihr wichtigster Beitrag zum Ergebnis. Bei zunehmender Schwellung, starker Rötung oder Fieber melden Sie sich bitte umgehend.

Diagnostik & Alternativen
Tastbefund und Tischtest, Messung des Streckdefizits zur Sicherung von Diagnose und Stadium
Abwarten, solange die Hand flach aufliegt
Nadelfasziotomie bei isolierten Strängen und dem Wunsch nach schneller Erholung – partielle Fasziektomie bei ausgeprägtem Befund
Ausgedehnte Fasziektomie bei Rezidiven oder Beteiligung der Fingermittelgelenke







